• Es mag den Anschein haben, dass es ein nutzloser Aufwand von Kraft und Geld ist, eines sechshundert Jahre zurückliegenden Ereignisses zu gedenken. Es ist wahr, dass
    sich seit dem Tode von Meister Jan Hus Vieles verändert hat. Darin, dass Hus sich (bei einer 2005 vom Tschechischen Fernsehen veranstalteten Umfrage) unter den ersten zehn größten Tschechen platzierte, zeigt sich jedoch, dass seine Haltung und seine Grundsätze nicht überholt sind.

Die Hus-Feierlichkeiten 2015 werden eine der bedeutendsten Personen der tschechischen Geschichte vorstellen.

Im Juli 2015 wird es genau 600 Jahre her sein, dass Jan Hus den Märtyrertod starb. Hus verkörpert in der tschechischen Geschichte den Streit für Wahrheit und moralische Glaubwürdigkeit. Das geistlich-kulturelle Projekt der Hus-Feierlichkeiten 2015 ist eine Erinnerung an die reformatorischen Gedanken und an den Lebenskampf dieses außergewöhnlichen Menschen. Die Feierlichkeiten finden am Sonntag, den 5. Juli und am Montag, den 6. Juli 2015 in der Stadtmitte von Prag statt.

Die Hus-Feierlichkeiten 2015 bieten eine bunte Palette von geistlichen und kulturellen Aktionen, von Gottesdiensten über Konzerte und Theaterstücke bis hin zu Vorlesungen und Diskussionen. Das Hauptpodium wird sich in der Nachbarschaft des Jan-Hus-Denkmals am Altstädter Ring befinden. Am „Obstmarkt“ wird es die Möglichkeit geben, die Atmosphäre eines mittelalterlichen Markplatzes zu erleben, einschließlich Aktivitäten für Kinder. In den umliegenden Kirchen finden ein Pilgerprogramm und weitere literarische, musikalische und interaktive Programme statt.

Die Hus-Feierlichkeiten sind für die breite Öffentlichkeit bestimmt, auch für englisch- und deutschsprechende Gäste.

Die Hus-Feierlichkeiten 2015 sind der Höhepunkt des Jan-Hus-Jahres, eines Projektes, bei dem die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder und die Tschechoslowakische Hussitische Kirche auf Grund eines 2013 geschlossenen Vertrags zusammenarbeiten. Das Jan-Hus-Jahr ist am 7.Dezember 2014 in der Kirche St. Martin in der Mauer unter Teilnahme der Repräsentanten beider Kirchen und der Öffentlichkeit eröffnet worden.